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MI | 11.04.2012
Josef Winkler (Bild: APA/EPA)
literatur
Josef Winkler erhält deutschen Büchner-Preis
Der Kärntner Autor Josef Winkler (55) erhält den Georg-Büchner-Preis 2008. Der von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung vergebene Preis gilt als die wichtigste deutsche Literaturauszeichnung.
Dritter Kärntner Preisträger nach Ingeborg Bachmann und Peter Handke.
"Abgesang auf eine untergehende Welt..."
"Josef Winkler hat auf die Katastrophen seiner katholischen Dorfkindheit mit Büchern reagiert, deren obsessive Dringlichkeit einzigartig ist", heißt es in der Jury-Begründung, "Was Winkler seit seinem ersten Roman 'Menschenkind' (1979) in einer barock-expressiven Sprache immer neu anklagt, bildet zugleich das produktive Element einer Hassliebe, in der Blasphemie und Frömmigkeit, Todessehnsucht und Todesangst sich zu einem bewegenden Abgesang auf eine untergehende Welt vereinen."

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Josef Winkler wurde am 3. März 1953 als Bauernsohn in Kamering (Kärnten) geboren. Nach verschiedenen Tätigkeiten arbeitet er seit 1982 als freier Schriftsteller. Er lebt heute in Klagenfurt und hielt sich längere Zeit in Rom und Indien (Benares) auf.
Der mit 40.000 Euro dotierte Preis wird auf der Herbsttagung der Deutschen Akademie am 1. November in Darmstadt verliehen. Unter den bisherigen Preisträgern sind auch Ingeborg Bachmann und Peter Handke.
Winklers Werk
Strenge kirchliche Rituale, bäuerliche Herrschaftsstrukturen, Lebensfreude und Tod stellen Eckpfeiler in Winklers Werk dar. "Winklers neuere Bücher erweitern, nach der eindringlichen Beschreibung der Erfahrung Roms ("Friedhof der bitteren Orangen", "Natura Morta"), seinen dichterischen Kosmos noch um die fremde Nähe Indiens", nimmt die Begründung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung auch Bezug auf die Reisen und Welt-Aneignungen Winklers.

Josef Winkler (geb. 1953) hatte sein Debüt mit dem Roman "Menschenkind" 1979, dem Beginn einer Romantrilogie "Das wilde Kärnten", die mit "Der Ackermann aus Kärnten" und "Muttersprache" fortgesetzt wurde. Zu seinen weiteren Werken zählen u.a. die Romane "Der Leibeigene" (1987), "Friedhof der bitteren Orangen" (1990), "Domra. Am Ufer des Ganges", die Erzählung "Wenn es soweit ist" (1998), die römische Novelle "Natura morta" (2001) sowie die Prosa-Bände "Leichnam, seine Familie belauernd" und "Roppongi, Requiem für einen Vater" (2007).

1979 gewann Winkler den Verlegerpreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt.
Porträt des Autors in Vorbereitung
Für September ist das nächste Buch angekündigt: "Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot". Ein filmisches Porträt des Dichters wird derzeit unter dem Titel "Der Kinoleinwandgeher" von der Klagenfurter Focusfilm vorbereitet (Regie: Michael Pfeifenberger) und soll ebenfalls im Herbst herausgebracht werden.
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