Kärnten ORF.at
wetter.ORF.at
MO | 13.02.2012
Sicherheitszentrale im Stadion (Bild: ORF/Anton Wieser)
sport
"Österreich nimmt EM-Ansturm etwas locker"
Wenige Wochen sind es bis zur Fußball-EM im Juni. Wolfgang Ohlert, Protokollverantwortlicher der WM 2006, spricht darüber, was auf die Austragungsstädte zukommt. Noch nehme man den Fanansturm etwas zu locker.
Der Experte warnt davor, die Masse an Fans zu unterschätzen, die in den Stadien keinen Platz finden.
Keine UEFA-Komitees in Österreich
Die Vorbereitungen laufen, und die Kärntner Verantwortlichen nehmen immer wieder Anleihen in Deutschland, wo es Erfahrungen nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gibt. In München verfolgten damals mehr als 100.000 Fans in den Straßen und im Olympiastadion die Spiele auf Großleinwänden.

Ohlert war während der WM für das Protokoll zuständig. Bei der EM in Österreich ist Ohlert "Botschafter" der österreichischen Regierungsinitiative "2008 am Ball".

Noch nähmen die Österreicher die Euro-Organisation recht locker, sagte der Münchner im Gespräch mit Radio Kärnten. Er vermisst Organisationskomitees der UEFA in den Austragungsstädten und warnt davor, die Zahl der Fans zu unterschätzen, die mit ihrer Mannschaft mitreisen.
Die Jugendlichen machen Party
Ohlert: "Da in Österreich nach den Regeln der UEFA ein Stadion nur ca. 33.000 Plätze haben wird, aber mit Sicherheit doppelt so viele oder noch mehr kommen werden, um die Atmosphäre, die Leidenschaft, die Emotionen in der Stadt zu sehen, müssen sie schauen, wo sie in der Stadt ihren Platz kriegen. Jede Stadt ist angehalten, sich auf diesen Ansturm einzustellen. Die Erfahrung, die wir in München gemacht haben, war, dass wir absolut internationales Publikum hatten, internationale Jugend, die die Stimmung gemacht hat. Die haben Party gemacht, denen war meiner Meinung nach egal, wer gespielt hat und wer gewonnen hat."
In München hat die Polizei gewaltbereite Fans gleich von den anderen getrennt und betreut.
Genügend Campingmöglichkeiten schaffen
Viele dieser Fans würden in der Nacht anreisen und am Tag nach dem Spiel wieder fahren, sagte Ohlert. Eine Übernachtung im Hotel komme für diese Zielgruppe meist nicht infrage. "Dafür haben wir zusätzliche Campingplätze freigemacht, wir haben in den Hallen der Münchner Messe die Möglichkeit organisiert, Campingwagen abzustellen."

Ausschreitungen während der WM habe es in München nicht gegeben, sagte Ohlert. Gewaltbereite Fans seien von den anderen getrennt worden, man habe sich mit entsprechend geschulten Polizisten um sie gekümmert.

Bewährt hätten sich in München Helfer, die mit Info- und Werbematerial den Fans weiterhalfen, zum Beispiel bei der Suche nach Restaurants. Sollten sich in Klagenfurt nicht genügend Freiwillige finden, rät Ohlert dazu, das Bundesheer einzusetzen.
Ganz Österreich
Kärnten News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News