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MI | 11.04.2012
Müll im Greifer (Bild: ORF)
klagenfurt
Die Euro 2008 und der Müll
Eine der Kernfragen zur Euro 2008 neben Sicherheit und Verkehr ist in Klagenfurt der Müll. Während der drei Spieltage im Juni werden 120.000 Fans erwartet, die 1.000 Tonnen Müll verursachen. Die Stadt präsentierte am Dienstag ein Müllkonzept.
1.000 Tonnen Müll pro Spieltag
Der Klagenfurter Bürgermeister Harald Scheucher (ÖVP) verspricht auch während der Spiele eine saubere Stadt. Er stellte das Müllkonzept am Dienstag vor.

Bis zu 1.000 Tonnen Müll werden an EM-Spieltagen in Klagenfurt anfallen, dreimal so viel wie sonst. Am nächsten Tag bis 8.00 Uhr soll die Innenstadt dennoch wieder sauber sein, umliegende Parkplätze und Wohngebiete bis spätestens 11.00 Uhr.

Scheucher: "Entscheidend ist, dass wir eine Art Task-Force während der Euro für das saubere Klagenfurt installieren. Das heißt, eine Eingreiftruppe zu schaffen, die abteilungsübergreifend ist. Die Abteilungen Straßenbau, Verkehr, Stadtgarten und Entsorgung werden in eine Einheit zusammengefasst. Wir werden Sorge tragen, dass rund um die Uhr gereinigt wird."
Dreischichtbetrieb für die Reinigung
Für 250 Mitarbeiter der Stadt heißt das Dreischichtbetrieb. Zusätzliche Aufräumtrupps gibt es für die Nachtstunden, eine eigene Einheit wird Müll aus dem Lendkanal und dem Wörthersee fischen.

In den Wohngebieten rund um das Stadion in Waidmannsdorf werde Müll, der neben Mülltonnen lagert, täglich kostenlos mitgenommen, versprechen die Verantwortlichen in der Stadt. Außerdem gebe es wie in Innsbruck eine Art "schnelle Eingreiftruppe", sagte Heinz Blechl, der Leiter der Abteilung Stadtgarten: "Der Stadtgarten geht um 4.00 Uhr in die Anlagen und auf die Straßen und erhebt auch etwaige Schäden, damit sofort nachgepflanzt wird etc."
Zusätzliche Fanzone im Park
Scheucher verteidigte am Dienstag auch den Plan, im Europapark am Ostufer des Wörthersees eine zusätzliche Fanzone zu organisieren. Umweltschützer und die Klagenfurter Grünen protestieren dagegen. Scheucher sagte, auch er habe ursprünglich Vorbehalte gehabt, wegen des zu erwartenden Fanansturms aus Polen, Deutschland und Kroatien aber seine Meinung geändert.

Scheucher: "Niemand hätte verhindern können, dass sich die Fans diese Punkte aussuchen. Bevor sie sich den Europapark mit einem Chaos selbst 'organisieren', haben wir uns dazu entschlossen, diesen Park organisiert und kontrolliert den Fans zur Verfügung zu stellen."
Zaun und Sicherheitsdienst
Um seltene Pflanzen und den Lotosteich zu schützen, werde der Europapark während der Euro in zwei Zonen geteilt: Rasenflächen stünden den Fans offen, sensible Zonen würden mit einem zweieinhalb Meter hohen Zaun abgetrennt und von einem Sicherheitsdienst bewacht, so Scheucher.
Grüne: Über Müllvermeidung nachdenken
Die Grünen Klagenfurt begrüßten am Mittwoch in einer Aussendung die geplante "Task Force" zur Müllbeseitigung in Klagenfurt. "Wenn Bürgermeister Scheucher aber 1.000 Tonnen Müll pro Tag durch die EM 2008 ankündigt, dann sollte er auch einmal ernsthaft über Müllvermeidung nachdenken", so GR Köchl. Die Möglichkeiten reichen dabei vom verstärkten Einsatz von Mehrweg-Kunststoffgläsern beim Bierausschank wie bei der EM in Deutschland bis zur Initiierung eines Plastiksackerl-Verbotes in Österreich.
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