Kärnten ORF.at
wetter.ORF.at
MO | 13.02.2012
HPV-Impfung (Bild: AAP/Mick Tsikas)
Gesundheit
Heftige Diskussion über neuen Impfstoff
In der Sendung "Streitkultur" in Radio Kärnten wurde am Montag heftig über die neue und sehr umstrittene HPV-Impfung diskutiert, die bei jungen Mädchen durchgeführt werden kann und gegen Gebärmutterhalskrebs schützen soll.
Auch in der Sendung "Streitkultur" gingen die Meinungen der Experten sehr weit auseinander.
Oberösterreicherin starb nach Impfung
Anlass für die große Verunsicherung war der Tod einer 19-jährigen Oberösterreicherin kurz nach einer HPV-Impfung. Ein Zusammenhang konnte bei der Obduktion weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Das hat auch in der Diskussionssendung in Radio Kärnten zu großen Meinungsverschiedenheiten geführt.
Impfkritiker Loibner
"Ja, die Jasmin starb an diesem Impfstoff"
Der Allgemeinmediziner und Impfkritiker Johann Loibner sagte, in namhaften Fachzeitschriften seien zehn Todesfälle in den USA nach einer HPV Impfung dokumentiert. Er sei überzeugt, dass die 19-jährige Jasmin aus Oberösterreich an den Folgen der Impfung gestorben ist. Auslöser könnten seiner Meinung nach gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe sein.

"Alleine die in diesem Impfstoff enthaltenen Aluminiumhydroxid, Phosphorsäure und Schwefelsäure reichen in Verbindung aus, um diese Schäden zu erzeugen. Ich sage: Ja, die Jasmin ist infolge dieses Impfstoffes zu Tode gekommen."
Impfexperte Kolleritsch
"Wenn man wartet, gibt es ebenso Vorwürfe"
Der Tropenmediziner und Impfexperte Herwig Kolleritsch stellt diese Unterlagen in Frage. Auch alle klinischen Studien würden eines bestätigen, die Impfung sei sicher und gut verträglich

"Wenn Sie jetzt sagen, sie wollen trotzdem noch abwarten und warten etwa 15 Jahre zu, bis wir diese ganzen Studien noch einmal und noch einmal evaluiert haben und dann kommen Sie drauf, dass es eigentlich eine Superimpfung ist, die man schon vor 15 Jahren hätte einführen können, gäbe es genau dieselben Vorwürfe, wie wenn sie es schnell einführen."
Gynäkologe fordert sofortigen Impfungsstopp
Einen sofortigen Stopp der Impfung forderte Gynäkologe Erich Ropp. Auch für ihn sei ein Zusammenhang mit Todesfällen wahrscheinlich. Außerdem sagte er, dass selbst bei einer hohen Durchimpfungsrate nur zehn Prozent der Gebärmutterhalskrebsfälle verhindert werden könnten.

Er appellierte an alle Frauen, die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig in Anspruch zu nehmen: "Gebärmutterhalskrebs ist zu 100 Prozent vermeidbar. Die 40 Fälle, die wir im Jahr haben - darunter zehn bis 15 Todesfälle - wären vermeidbar, wenn alle zur Vorsorgeuntersuchung gehen.
Klaus Fillafer
"Es wird weiterhin geimpft"
Klaus Fillafer vom Sanitätsamt der Stadt Klagenfurt sagte, solange nichts bewiesen sei, werde weiter geimpft. Er verwies zudem auf internationale Langzeitstudien. "Ich denke, man muss Krankheit und Krankheitsschaden immer zur Impfung und dem Impfungsschaden in Bezug setzen und alleine diese statistischen Daten und Zahlen sprechen für sich."
Mutter Karin Malle
"Zusammenhang ist nicht auszuschließen"
Die junge Mutter Karin Malle aus Feldkirchen hat einen Impfstammtisch für besorgte Eltern eingerichtet. Sie verwies noch einmal auf das Gutachten zum Tod der 19 jährigen Jasmin

"Es besteht die Möglichkeit, dass die HPV-Impfung causal für den Todeseintritt verantwortlich war. Das ist nicht auszuschließen. Diese Verdachtsmomente sollten ausreichen", so die junge Mutter, die Impfung einzustellen."
Wolfgang Schantl
"Experten empfehlen diese Impfung"
Gesundheitslandesrat Wolfgang Schantl sieht vorerst zumindest keinen Grund die Impfung einzustellen, da sich die Experten seiner Ansicht nach "national und international wirklich grundsätzlich und gut" mit diesem Thema auseinandergesetzt hätten und zu dem Schluss gekommen sind, diese Impfung zu empfehlen.

"Es ist sicher wichtig, die Fälle die jetzt bekannt geworden sind, einzubeziehen und es ist auch wichtig, dass die Bevölkerung, die jetzt verunsichert ist, eine neue und klare Stellungnahme vom obersten Sanitätsrat erfährt, in die auch die Meinung der Gegner einfließen wird."

Letztlich bleibt die Entscheidung bei den Eltern, ob sie ihre Kinder impfen lassen oder nicht.
Ganz Österreich
Kärnten News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News