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MI | 11.04.2012
HPV-Impfung (Bild: APA/Ulrich Schnarr)
HPV-Impfung
Auch in Kärnten kein Impfstopp
In Kärnten wird - wie im restlichen Österreich - weiter gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft, obwohl aus Oberösterreich nach einer HVP-Impfung ein Todesfall gemeldet wurde. Es dürfte ein zeitilicher und kein ursächlicher Zusammenhang gewesen sein.
Staatsanwälting: Kein Zusammenhang
Kann die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs gefährlich sein? Darüber wird derzeit heftig diskutiert.

Bis jetzt gibt es keinen Beweis dafür, dass zwischen der HPV-Impfung und dem Tod des Mädchens aus Oberösterreich, das im vergangenen Oktober drei Wochen nach der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs an einer Atemlähmung gestorben ist, ein Zusammenhang besteht. Das hat die Staatsanwältin dem Generaldirektor für öffentliche Gesundheit bestätigt, so Klaus Fillafer, Amtsarzt von Klagenfurt, am Donnerstag.

Weltweit gibt es 18 noch ungeklärte Todesfälle und das verunsichert die Eltern jener Mädchen, die vor einer der drei Teilimpfungen stehen.
Ministerium: Nichts spricht gegen Weiterimpfen
Vergangenen Dienstag hat das Gesundheitsamt die HPV-Impfung aufgrund der aktuellen Diskussion ausgesetzt. Danach habe man eine Stellungnahme des Ministeriums eingefordert und diese am Mittwoch auch erhalten, so Fillafer. Das Ministerium sei demnach der Ansicht, dass nichts gegen ein Weiterimpfen spreche.

"Die europäische Arzneimittelbehörde EMEA, die dieses Arzneimittel zugelassen hat, hat umfangreiche Prüfungen durchgeführt. Es wurden bereits – vor allem in den USA – über 22 Millionen Dosen bereits verimpft. Auch Nebenwirkungen, die aufgetreten sind, wurden bereits abgeklärt und haben keinen Zusammenhang damit", erklärte der Klagenfurter Amtsarzt im Interview mit "Radio Kärnten"-Redakteurin Gudrun-Maria Leb.
Fillafer: "Impfung ist wichtige Vorsorge"
Die drei HPV-Teilimpfungen kosten von 390 Euro aufwärts. Empfohlen werden sie für Mädchen vor dem ersten Sexualkontakt. Die Impfung soll zumindest gegen die fünf Papilloma-Viren schützen, die Gebärmutterhalskrebs auslösen. Den Krebsabstrich beim Frauenarzt ersetzt die Impfung jedoch nicht.

Fillafer regt seit Langem an, dass die HPV-Impfung in das Impfprogramm aufgenommen und damit von den Krankenkassen bezahlt wird: "Weil sich immerhin doch 70 Prozent aller Frauen mit Papilloma-Viren infizieren, was doch ein sehr hoher Prozentsatz ist. Diese Viren können einerseits Gebärmutterhalskrebs auslösen, andererseits auch zum Beispiel Warzen. Somit ist die Impfung eine ganz wichtige Vorsorgemaßnahme."
Krebshilfe: Untersuchungsergebnis abwarten
Trotz allem bleibt bei Vielen die Skepsis. So hat zuletzt der Vorsitzende der Österreichischen Krebshilfe, Paul Sevelda, im ORF-Morgenjournal aufgerufen, das Ergebnis der Untersuchung nach dem Todesfall in Oberösterreich abzuwarten.

Fillafer: "Dem kann man auch nichts entgegnen. Die Impfung ist ja nicht akut, wo man sagen muss, ich brauche heute oder morgen unbedingt den Schutz." Man könne also ruhig einige Wochen zuwarten.

Demnächst soll ein Impfstoff für Frauen bis 45 auf den Markt kommen. Die Impfung in diesem Alter ist allerdings weniger wirksam, weil sich viele dieser Frauen längst mit Papilloma-Viren infiziert haben.

Trotz aller Diskussion hält man sich also amtsärztlich an die Vorgaben aus dem Ministerium und impft weiter.
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