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MI | 11.04.2012
Burgenbau Friesach, Entwurf (Bild: ORF)
Ohne moderne Technik
Mittelalterstadt Friesach plant Bau einer Burg
Friesach, Kärntens älteste Stadt, plant den Bau einer weiteren Burg - nach mittelalterlichen Methoden. Nun geht es um die Finanzierung des auf 30 Jahre angelegten Projekts. Land Kärnten und AMS haben Unterstützung zugesagt.
Bauarbeiten wie im Mittelalter
Das Konzept von Bürgermeister Max Koschitz (SPÖ) und den Wissenschaftlern der Alpe-Adria-Universität Klagenfurt sieht eine mittelalterliche Baustelle mitten in Friesach vor:
Max Koschitz, Bgm. Friesach (Bild: ORF) Schmiede, Zimmerleute und Steinmetze in Kleidung des Hochmittelalters errichten eine Burg - ohne modernes Werkzeug. Ochsen- und Pferdefuhrwerke bringen Holz und Gestein aus der Umgebung. 30 Jahre soll der Bau der Burg dauern.

Die Baustelle soll für Touristen und Wissenschaftler gleichermaßen Anziehungspunkt sein und so die Wirtschaft der Region beleben.
Burgenbau Friesach (Bild: ORF)
Burgbauprojekt in Frankreich gilt als Vorbild
Vorbild für diesen Friesacher Plan ist das Burgbauprojekt Guedelon in Frankreich, das mittlerweile ein Touristenmagnet geworden ist. Koschitz, Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) und der Leiter des Arbeitsmarktservice (AMS), Josef Sibitz, hatten diese mittelalterliche Baustelle unlängst besucht.
Burgenbau Friesach (Bild: ORF)
Finanzierung durch Drittelregelung
Jetzt geht es darum, in Kärnten die nötigen Beschlüsse im Friesacher Gemeinderat und in der Landesregierung zu erreichen und die Finanzierung des Projekts auf die Beine zu stellen.
Jörg Haider, BZÖ (Bild: ORF) Ein Teil des Baustellenbetriebes könnte über Besucher-Eintrittsgelder gedeckt werden. So blieben rund sechs Millionen Euro für die nächsten acht Jahre, sagt Haider: "Man müsste eine Drittelregelung machen und müsste schauen, dass man von Brüssel, von der EU eine Projektförderung bekommt. Ein Drittel der Kosten müsste die Gemeinde übernehmen, und ein Drittel würde das Land aufbringen."

Wenn alles gut geht, kann man laut Haider auch mit Geld aus dem Zukunftsfonds rechnen und "darüber diskutieren, so ein Projekt mit einer Starthilfe von einer Million Euro zu versehen, weil damit ein nachhaltiger, langfristiger touristischer Nutzen für die ganze Region verbunden sein würde".

Nach acht bis zehn Jahren soll sich der Burgbau - wie in Frankreich - durch die Eintrittsgelder der Besucher und durch Sponsoring selbst tragen.
Josef Sibitz, AMS (Bild: ORF) AMS strebt Beschäftigungsprojekt an
Sollte der Plan in Friesach umgesetzt werden, wird das AMS das Projekt mitfinanzieren, sagt AMS-Leiter Sibitz: "Wir würden ein Beschäftigungsprojekt starten, im Zuge dessen langzeitarbeitslose Personen beim Bau der mittelalterlichen Burg sinnvoll eingesetzt werden könnten."

Bis zu 40 Menschen könnten auf der Burgbaustelle beschäftigt werden. Das Ziel von Koschitz lautet: Wenn Friesach im Jahr 2015 das 800-jährige Stadtjubiläum feiert, soll die neue Burg bereits erkennbar sein.
Burgenbau Friesach (Bild: ORF)
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