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MO | 13.02.2012
Hand ans Kreuz genagelt (Bild: ORF)
Protestaktion
Streit: Eigene Hand an Kreuz genagelt
Weil er seinen "Protest gegen den Rechtsstaat" zum Ausdruck bringen wollte, hat ein 43-jähriger Kärntner seine linke Hand auf ein Holzkreuz auf der Brandlalm genagelt. Um die Öffentlichkeit zu informieren, hätte er sich mit dem Kreuz schon bald "angefreundet" gehabt.
Hintergrund des Streits ist ein Konflikt um Weiderechte auf einer Alm, die dem Stift St. Paul gehört.
15 Zentimeter langer Eisennagel
Der Mann nagelte seine linke Hand mit einem 15 Zentimeter langen Eisennagel an den Querbalken eines Holzkreuzes.

Der 43 Jahre alte Baupolier und Nebenerwerbsbauer aus Ettendorf in der Gemeinde Lavamünd (Bezirk Wolfsberg) setzte seine ungewöhnliche Aktion an einem Wegkreuz auf der Brandlalm, das im Besitz des Benediktinerstiftes St. Paul im Lavanttal steht.
"Hatte mich bald mit dem Kreuz angefreundet"
Hand ans Kreuz genagelt (Bild: ORF)
Der Mann sprach im Radio Kärnten Mittagsjournal über seine Beweggründe für die Tat:

"Ich kann mich nackt auf den Gletscher stellen oder nackt durch den Stiftshof laufen, ich weiß nicht, was effektiv ist. Keine Ahnung. Ich bin beim Kreuz vorbeigegangen und hatte mich bald mit ihm angefreundet. Das Marterl ist ja schön und hab dort wie Don Camillo Gespräche mit dem Herrgott geführt. Dann kam mir die Idee. Ich wollte einfach eine breitere Öffentlichkeit informieren".
Streit um Weiderecht
Die Familie des Mannes hat seit 160 Jahren für vier Stück Vieh das Weiderecht auf der Alm. Er gab an, mit der Forstverwaltung des Benediktinerstiftes im Streit zu liegen. Schon seine Eltern hätten immer wieder mit dem Stift Auseinandersetzungen um das Weiderecht gehabt.

Er habe diese Aktion eigentlich schon beim Almauftrieb setzen wollen, habe dann aber doch noch einmal mit dem Abt gesprochen. Nachdem dieses Gespräch für ihn unbefriedigend ausgegangen sei, schritt er dann zur Tat.
Eine Augenzeugin berichtet vom Vorfall
Die "Aktion" wurde von einer Augenzeugin beobachtet. Sie sagte im Radio Kärnten Mittagsjournal:

"Wir gingen in die Richtung des Kreuzes. Zuerst dachten wir, jemand malt beim Kreuz. Als wir näher hin kamen, sahen wir, dass ein Mann vorne am Podest steht und die Hand nach oben hält. Im ersten Moment dachte ich noch, das kann nicht sein, es schaut aus als ob ein Hunderter-Nagel durch die Hand durchgeschlagen wäre. Ich dachte noch, es ist eine Attrappe, das ist nicht möglich. Aber dann sahen ich und der Herr, der neben mir ging, das schmerzverzerrtes Gesicht und dass dem Mann wirklich ein Nagel durch die Hand ragt".
Angehörige verständigten die Retter
Der 43-jährige verständigte nach der Tat selbst via Mobiltelefon seine Angehörigen, diese alarmierten Rettung und Feuerwehr. Die Einsatzkräfte befreiten den Mann nach eineinhalb Stunden, indem sie den Nagel mit einer Eisensäge durchschnitten. Anschließend wurde er ins Landeskrankenhaus Klagenfurt geflogen.
Stift ist sich keiner Schuld bewusst
Der Betroffene prozessierte bereits bis zum Verwaltungsgerichtshof. Das Stift ist sich keiner Schuld bewusst, das Weiderecht für die Tiere des Nebenerwerbsbauern stehe außer Frage, behauptet der Forstmeister des Stiftes.
Keine Sehnen oder Nerven verletzt
Von der Agrarbehörde, die juristisch zuständig ist, war am Montag niemand zu erreichen.
Medizinisch ist die "Geschichte" gut ausgegangen. Der 15 Zentimeter lange Eisennagel hat keine Sehnen oder Nerven der Hand verletzt.
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