Kärnten ORF.at
wetter.ORF.at
SO | 12.02.2012
Kroatien. (Bild: APA)
AUSLANDSEINSATZ
Zwei Kärntner gehen in Kroatien auf Streife
Bei einem Urlaub in Opatija (Kroatien), kann es passieren, dass einem zwei Kärntner Polizisten in Uniform begegnen. Ihre Aufgabe ist es, die kroatische Polizei beim Umgang mit deutschsprachigen Touristen zu unterstützen.
EU-Projekt: Kärntner sind zwei Wochen im Einsatz.
Hilfe für deutschsprachige Urlauber
Opatija, das alte Abbazia, war schon in der Zeit der Monarchie ein sehr beliebter Kurort. Daran hat sich bis jetzt wenig geändert und so ist der Bedarf nach einem deutschsprachigen "Freund und Helfer" immer noch groß.

Das EU-Projekt läuft bereits seit Anfang Juli, zuvor waren Polizisten aus anderen Bundesländern im Einsatz. Die Kärntner bleiben zwei Wochen vor Ort. Die beiden Polizisten sind zwar direkt im Kurort stationiert, eingesetzt werden sie aber in ganz Istrien.

Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz hat mit den Beamten vor Ort gesprochen.
Gute Zusammenarbeit.
Polizisten dolmetschen bei Problemen
Jeder der beiden Kärntner geht regelmäßig mit einem kroatischen Kollegen auf Streife. Kleinere Urlauber-Probleme gab es für die Polizisten bereits am ersten Tag zu lösen, berichtete Bezirksinspektor Michael Olipitz:

"Im ersten Fall ging es um deutsche Touristen, die ihr Auto nicht mehr fanden. Dann ging es um eine verlorene Brieftasche, schließlich um einen entlaufenen Hund. Wir haben gedolmetscht und die Zusammenarbeit hat super funktioniert".
Ein Kärntner mit kroatischen Wurzeln
Olipitz` Einsatzort in Kärnten ist die Grenzpolizei beim Karawankentunnel. Er wurde für seinen ersten Auslandseinsatz ausgewählt, weil er sehr gut Kroatisch spricht. Seine Mutter flüchtete nach dem zweiten Weltkrieg nach Kärnten, die Großeltern blieben in Kroatien.

"Als wir noch Kinder waren, sind wir zu den Großeltern gefahren und haben dort im Spiel mit anderen Kindern Kroatisch gelernt. Ich habe aber seit damals die Sprache nicht mehr gesprochen und bin im letzten Jahr zu einer Einstufungsprüfung nach Wien gefahren und dort hat es gleich sehr gut geklappt. Ich habe mich dann für den Einsatz beworben und bin angenommen worden", so Olipitz.
Die Beamten sind nicht bewaffnet und besitzen im Ausland keinerlei "polizeiliche Kompetenz".
Gotownik: Wir fungieren als Vermittler
Neben Olipitz in Kroatien im Einsatz: Johann Gotownik. Er arbeitet in Kärnten bei der Autobahnpolizei in Wolfsberg und hat schon mehrere Auslandseinsätze hinter sich. Zu den Besonderheiten des Kroatieneinsatzes befragt, sagte er:

"Wir haben keinerlei polizeiliche Kompetenzen, sind nicht bewaffnet und schreiten im eigentlichen Sinne auch nicht ein. Wir sind einfach mit den kroatischen Kollegen auf Streife und fungieren als Vermittler, wenn es irgendwo Probleme mit deutschsprachigen Touristen gibt".
Zusammenarbeit der Polizei beider Länder soll intensiviert werden.
Kroatische Polizei "revanchiert" sich bei EM
Das ist vor allem bei Verkehrsunfällen wichtig, weil die Sprachkenntnisse der Österreicher die polizeiliche Aufnahme des Unfalles erleichtern. Kroatien und Österreich verfolgen mit dem "gemischtsprachigen Polizeieinsatz" zwei Ziele:

Kroatien soll als Tourismusland für Österreicher noch attraktiver und sicherer werden. Zweitens soll die Zusammenarbeit der Polizeibehörden beider Länder intensiviert werden, auch in Hinblick auf die Fußball-EM im kommenden Jahr. Dann sollen auch Polizisten aus Kroatien Schlachtenbummler begleiten, um die Polizisten in Österreich in ihrem Einsatz zu unterstützen.
Ganz Österreich
Kärnten News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News