Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Stroh einbringen (Bildquelle: APA)
Landwirtschaft
Kärntner Almheu wird Markenprodukt
Das Kärntner Almheu wird zum Markenprodukt. 16 Bauern aus Oberkärnten haben sich zusammengeschlossen, um es gemeinsam zu vermarkten. Dass das Projekt Erfolg versprechend ist, zeigt die große Nachfrage.
Strenge Qualitätskriterien
Die Qualitätskriterien sind streng. Jeder der 15 Mitgliedsbetriebe des Vereins "Kärntner Almheu" muss seine Wiesen oberhalb von 1.300 Metern haben. Erst dort gibt es die notwendige Kräutervielfalt.
Franz Gruber, Mitglied des Vereins "Kärntner Almheu"
"Wir haben uns eigene Qualitätsrichtlinien auferlegt. Es muss auf dieser Fläche eine Artenvielfalt von mindestens 40 verschiedenen Pflanzen geben. Weiters muss das Heu handbearbeitet sein. Es darf nicht verregnet sein, das Heu muss im Hofgebäude separat gelagert werden, damit jederzeit kontrollierbar ist, welches Futter wir auf den Markt bringen."
Heu hilft auch bei rheumatischen Beschwerden
Franz Gruber verkauft sein Heu unter anderem an das Almdorf am Falkert. Dort werden die Gäste bei offenem Kamin mit Heubädern verwöhnt. Marion Stich ist Masseurin im Almdorf:

"Das wirkt anregend auf den Stoffwechsel. Die Gäste fangen da im Heu sehr gut zu schwitzen an. Es wirkt sehr entspannend und durchblutungsfördernd. Das geht auch tief in die Gelenke hinein, etwa bei rheumatischen Beschwerden, bei Gicht, tut das sehr, sehr gut."
Nachfrage von Wellnesshotels bereits sehr groß
Manfred Guggenberger aus St. Lorenzen im Lesachtal ist der Obmann des Vereins "Kärntner Almheu". Er selbst hat 26 Hektar Bergwiesen zu mähen, auf 2.300 Meter Seehöhe. Seine Familie hat sich auf das Befüllen von Bettunterlagen und Kopfkissen spezialisiert.

Das Projekt "Kärntner Almheu" sei zwar erst in der Anfangsphase, doch schon jetzt sei die Nachfrage groß. Wellnesshotels wie das Tuffbad im Lesachtal gehören zu den Hauptabnehmern seiner Almheuprodukte, sagt Guggenberger:
Erweiterung der Produktpalette
"Die Rückmeldung der Hotels ist sehr positiv. Als Nächstes geht es darum, die Produktpalette zu erweitern. Etwa auf Heusäckel, Heubäder oder Heudecken.

Wir haben mittlerweile sogar einen Heuschnaps produziert und arbeiten bereits an Cremen und Seifen. Es geht darum, dieses tolle Produkt zu vermarkten und den Bergbauern damit ein kleines Einkommen zu ermöglichen."
Qualitätsgütesiegel wird angestrebt
Pro Jahr werden von den Mitgliedsbetrieben 90 Tonnen Heu verarbeitet. Ziel ist es, das Kärntner Almheu als Marke zu etablieren. Die strengen Auflagen und die regelmäßigen Kontrollen bleiben bestehen. Nach der Anfangsphase des Projektes soll schon bald ein Qualitätsgütesiegel für Kärntner Almheu eingeführt werden.
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