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Mumps-Endemie |
03.06.2006 |
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100 Erkankte im unteren Drautal
Im unteren Drautal herrscht eine Mumps-Endemie - eine lokal begrenzte Epidemie. 100 Menschen sind erkrankt, zwei Jugendliche liegen mit Hirnhautentzündung im Krankenhaus. Ab Dienstag wird geimpft.
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Beginn bei Osterfest in Feistritz
Zu Ostern wurden die ersten Fälle registriert. Nach Recherchen von Ärzten begann die Endemie bei einem Osterfest in Feistritz/Drau. Auch einige Studenten, die in Graz erkrankten, hatten teilgenommen.
Zwei Jugendliche liegen mit Hirnhautentzündung, einer möglichen Komplikation bei Mumps, im Krankenhaus. Mehrere Burschen laborieren außerdem an einer Hodenentzündung, deren mögliche Folge Unfruchtbarkeit ist.
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Impfaktion wird vorbereitet
Damit nicht noch mehr Menschen an Mumps erkranken, sollen jetzt im unteren Drautal möglichst viele Menschen geimpft werden - dadurch kann das Virus gestoppt werden.
Diese Maßnahme wird aber erst vorbereitet, ausschließlich von den Amtsärzten. Das geht dem Sprecher der praktischen Ärzte in Kärnten, Gert Wiegele, zu langsam. Er hat selbst seine Ordination im Drautal:
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"Wenn die Amtsärzte in 14 Tagen oder drei Wochen anfangen, ist das etwas zu spät. Außerdem kann ein Amtsarzt in einer Gemeinde, der an einem oder zwei Tagen impft, nicht so viele Menschen erreichen wie die Kollegen gemeinsam."
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Zwei bis drei Wochen Inkubationszeit
Die Inkubationszeit bei Mumps dauert bis zu drei Wochen. In dieser Zeit ist man ansteckend, auch wenn die Krankheit bei einem selbst noch nicht ausgebrochen ist.
Menschenansammlungen wie an diesem Wochenende könnten zu einer weiteren Ausbreitung führen, sagt Wiegele:
"Gefährlich ist zum Beispiel der große Kirchtag dieses Wochenende bei uns im Tal. Da kommen bis zu 3.000 Leute zusammen. Wenn dort Einzelne das Virus in sich tragen, kann es neue Ausbrüche geben. Das hätte man verhindern sollen."
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"Keine harmlose Krankheit"
Laut Barbara Eichwalder, Ärztin an der Kinder- und Jugendabteilung des LKH Villach, ist Mumps keine harmlose Krankheit. Es komme immer wieder zu komplizierten Verläufen, darunter Hirnhautentzündung, Hodenentzündung, Speicheldrüsenentzündung oder sogar Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Es gebe bei den Geimpften ca. drei bis fünf Prozent "Impfversager", die auch nach der Imfpung an Mumps erkranken können. Daher empfehlen die Kinderärzte, ein Kind im zweiten Lebensjahr zwei Mal in einem bestimmten Abstand impfen zu lassen, um diese Lücke zu schließen.
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"Imfpungen beginnen am Dienstag"
Gesundheitslandesrat Wolfgang Schantl (SPÖ) sagte am Samstag gegenüber dem ORF Kärnten, am kommenden Dienstag beginnen die Impfungen. Es seien schon Informationsblätter an die entsprechenden Hausshalte geschickt worden. Die Amtsärzte und vor allem das Gesundheitsamt in Villach werden die Impfaktion vornehmen.
Schantl betonte, die Angelegenheit sei nicht unterschätzt worden, die Vorgangsweise sei sanitätsbhördlich geregelt, es sei kein Kostenfaktor, dass die praktischen Ärzte nicht einbezogen würden.
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Gastwirte fürchen um ihren Umsatz
Die Berichterstattung über die Mumps Fälle hat nun einige Drautaler Gastwirte alarmiert. Sie halten an diesem Wochenende einen Kirchtag ab und befürchten Umsatzeinbußen, sie bezweifeln die hohe Ansteckungsgefahr. Der Kirchtag endet am Sonntag mit einem großen Frühschoppen.
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Linktipp:
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